SOKRATES -Der kafkASKe Fortsetzungsroman

Während die 182. Folge des Romans geschrieben wird, kann Folge 181 schon veröffentlicht werden. Er ist wie immer auf meinem ask-Profil zu finden. Nach der 200. Folge wird der 2. Band als Buch vorbereitet und herausgegeben.

Gestern verglich ein Kollege den Roman mit der “Lindenstraße”. Was die theoretische oder konzeptionelle Unendlichkeit anbelangt mag das schon richtig sein. Aber inhaltlich und stilistisch geht der Roman gänzlich andere, surreale Wege. Natürlich ist auch die Familienähnlichkeit zu Kafka vorhanden. Manche werden sagen: eine sehr weit entfernte Familienähnlichkeit. Der Roman fängt jedenfalls mit der Verhaftung des Helden bzw. der Hauptfigur an.

Es gibt ein Bild von einer Sokrates-Büste, der die Nase fehlt. Inspiriert davon wird meiner Hauptfigur bei der Verhaftung die Nase gebrochen:

Er stand unter der Dusche, als er verhaftet wurde. Er ließ sich nicht großartig stören; aber es war schon verwunderlich, dass jemand plötzlich in sein Badezimmer kam. Kurz erschrak er, hatte aber Seife auf dem Kopf und in den Augen, die er für einen Moment zu weit aufriss, wie sonst immer seine Klappe. Er lugte hinter dem Duschvorhang hervor; den Satz, dass er verhaftet sei, von einer sehr angenehmen Frauenstimme noch im Ohr, fragte er: «Wie sind Sie überhaupt in meine Wohnung gekommen?»

Die Frau machte keinerlei Anstalten, sich wegzudrehen oder das Bad zu verlassen. Statt dessen hielt sie stolz eine Scheckkarte in die Luft: «Damit». Ihre Augen, die er jetzt sah, obwohl er es lieber gehabt hätte, wenn sie sich umdrehte, waren mindestens so schön und angenehm wie ihre Stimme. «Ich würde mich jetzt gerne abtrocknen», sagte er. Sie nahm ein Handtuch und reichte es ihm wortlos rüber.

«Sind Sie allein?» fragte er und noch ehe sie antworten konnte, kam eine männliche Stimme drohend aus der Küche: «Nein, ich bin auch da.» Sie sah seine Enttäuschung und musste schmunzeln. Er drehte ihr den Rücken zu, um sich wenigstens halbwegs geschützt abtrocknen zu können. Schließlich band er sich hilflos und umständlich das Handtuch um die Hüften. «Verhaftet?» fragte er, «Warum das denn?» Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er an ihr vorbei ins Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer. Er hatte eine kleine Wohnung, bestehend aus diesem besagten Raum, dem Bad und der Küche.

Aus der Küche kam ein bulliger Kerl etwa 50 Jahre mit einem Bierbauch und einer offen getragenen Dienstwaffe an der Jeanshose mit einem Marmeladebrot in der Hand. «Hmmm, ich liebe selbstgemachte Marmelade», schmatzte er. «Die haben aber nicht Sie gemacht, oder?» «Doch. Aus Pflaumen aus dem eigenen Garten. Fühlen Sie sich wie zu Hause und bedienen Sie sich. Sind Sie überhaupt Polizisten?» Er hätte besser auf die kräftige und trotz des Bierbauchs stramme Statur des Bullen achten sollen. Jetzt war es zu spät. Er ließ das Brot im Mund schmatzend verschwinden und plötzlich sauste ein Fausthieb auf die Nase des Frischgeduschten.

Damit beginnt der Romanreigen und keineswegs geht es dabei nur um diese nun verhaftete Figur mit der gebrochenen Nase. Neben einem magisch-realistischen Handlungsstrang, gibt es natürlich den Dschungel der Behörden und einen magisch-phantastischen Wald. Ein seltsamer junger Mann, der sich weigert, erwachsen zu werden (die Assoziationen zur “Blechtrommel” sind nicht gerechtfertigt!), wandelt zwischen den Welten und den Träumen der Menschen. Er heißt Basti und hat eine Eigenschaft, von der ich mich allen Ernstes frage, ob sie nicht alle Menschen haben, auch wenn sie als Fähigkeit niemand einzusetzen versteht. Basti kann in den Träumen seiner Mitmenschen erscheinen.

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